Erweiterung eines Güterbahnhofes zu einem Ausstellungs-, Kunst- und Kulturgebäude.
Planung 2019–2021, Bauzeit 2022–2025.
Das ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik wurde 2012 mit der Umnutzung eines ehemaligen Güterbahnhofs in Berlin Moabit gegründet. Das äußerst vielfältige Programm umfasst nicht nur Kunst, Stadtforschung und verschiedene Musikveranstaltungen, sondern auch Vorträge, Kino, Nachbarschaftsmärkte und vieles mehr. Der verfügbare Raum wurde bald zu klein für das wachsende Angebot an Aktivitäten.
2016 fiel die Entscheidung, das ZK/U zu erweitern. Da das ZK/U von allen Seiten von einem Park umgeben ist, musste die Erweiterung so gestaltet werden, dass kein Freiraum besetzt wird. Die Lösung bestand darin, dem alten, ungedämmten Lagerhaus ein zusätzliches Stockwerk hinzuzufügen. Das Dach wurde entfernt, aber alle Wände und Decken der Kellerhalle blieben erhalten. Die neue Struktur schmiegt sich um die bestehenden Ziegelwände, die roh und ungedämmt bleiben, wodurch der industrielle Charakter des Gebäudes bewahrt wird.
Im Keller- und Erdgeschoss befinden sich große Veranstaltungsräume, und die Glasfassade auf der Südseite ist 1,80 Meter von der Ziegelwand entfernt, wodurch ein galeriesartiger Raum entsteht. Auf der Nordseite ist die Glasfassade um sechs Meter zurückgesetzt, was einen zusätzlichen Raum schafft. Zwei Außentreppen führen in das Obergeschoss, das von Galerie-Gängen umgeben ist. Diese Gänge bieten Zugang zum Raum sowohl von innen als auch von außen. Das Dach kann als große Terrasse genutzt werden und bietet einen Panoramablick.
Die alten und neuen Elemente – wie die Plattform mit ihrem Dach, die Treppen, die Glasfassade, die Struktur selbst, die Galerie-Gänge, die Ziegelwand und die Innenräume – sind offen und nacheinander angeordnet und schaffen einen offenen, integrierten Raum. Dieses dynamische Zusammenspiel der architektonischen Elemente wird durch die vielen Künstler, Kulturschaffenden und Gemeinschaftsgruppen, die zu diesem Raum beitragen, weiter bereichert und macht das ZKU zu einem lebendigen Zentrum für Kunst und urbane Interaktion.
Wie immer bei Peter Grundmann ist jedes Gebäude ein Experiment mit den Grenzen des Möglichen. Was viele für Fetischismus halten – seine extrem konstruktivistische und rohe Entwurfsweise – ist letztlich eine zwangsläufige Konsequenz seiner klaren politischen Haltung. Im Fall des ZK/U-Projekts spiegeln sich diese Prinzipien wider, da die architektonische Herangehensweise sowohl ästhetisch als auch gesellschaftspolitisch in einer Weise motiviert ist, die Grundmanns Vision und Haltung stärkt.
Das Projektbudget für alle Kostengruppen beläuft sich auf insgesamt 6.166.200 Euro. Je nach Berechnungsweise ergibt sich ein Preis von entweder 2.489 Euro/m² brutto oder 2.029 Euro/m² brutto – beides ist deutlich weniger, als heutzutage ein Einfamilienhaus kostet. Angesichts der Tatsache, dass das Projekt größtenteils mit europäischen Steuergeldern finanziert wurde, entstand eine besondere Verantwortung, nicht nur gegenüber der Bauherrenschaft, sondern auch gegenüber der Gesellschaft. Diese Verantwortung spiegelt sich in der effizienten Nutzung von Ressourcen und der klaren Absicht wider, ein nachhaltiges und kosteneffizientes Gebäude zu schaffen, das dennoch die höchste Qualität und Funktionalität bietet.











































