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Ideenwettbewerb GEWOBAG-P82 ... Berlin / Wedding ... Prinzenallee 82 ... 10 / 2017 - Mitarbeit: Elina Düker, Tom Erdmann, Mascha Ritter
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Ein denkmalgeschütztes Gebäude wird auf einen energetisch aktuellen Stand gebracht, ohne es anzurühren. Die Probleme des alten Hauses werden durch eine Gerüststruktur gelöst

Das 118m tiefe und im Mittel nur 9m schmale Grundstück ist nach Norden von einer homogenen sehr hohen Brandwand begrenzt.
Die Hinterhofbebauung und besonders die nach Westen abschließende Halle sind aus Ziegelsichtmauerwerk.
Die Gebäude werden schlecht versorgt mit Tageslicht, da sich alle Fenster auf der Nordseite befinden und diese zusätzlich von der Brandwand verdunkelt werden.
Die den Gebäuden gegenüberliegende Brandwand empfängt dagegen komplett die Südsonne.

Wir widmen uns also nicht den alten Gebäuden, um diese energetisch zu verbessern, sondern unser Fokus liegt auf der Brandwand, die im Überfluss mit Südlicht versorgt wird.
An diese Brandwand stellen wir eine gerüstartige Struktur.
Diese Struktur wird mit dem Vorderhaus und allen Hinterhofgebäuden über Brücken verbunden, d.h., jede Wohnung erhält über eine Brücke einen Zugang zum Gerüst.
Das Gerüst kann viele sehr verschiedene Nutzungen aufnehmen, die man zum jetzigen Zeitpunkt nicht alle erfassen muss.
Terrassen, Räume, Gärten, Spiel- Sport und Arbeitsflächen stehen den Wohnungen und Gewerbeflächen des Hofes zur Verfügung.
Es bildet sich aber auch ein Angebot für die Nachbarschaft, da Raum im Überfluss vorhanden ist.
Konkret heißt das: alle Wohnungen erhalten eine nach Süden ausgerichtete Fläche.
Einzelne Ebenen im Gerüst lassen sich leicht gläsern einhausen, so dass umschlossene Räume entstehen, die die Fläche der kleinen Hinterhofwohnungen oder der Gewerbeeinheiten erweitern.

Um Bedenken des Eigentümers vom Brandwandgebäude zu begegnen, erhalten auch die Wohnungen des Nachbarhauses über die Fenster in der Brandwand einen Zugang zum Gerüst und damit einen Balkon.
Die ersten Ebenen des Gerüstes befinden sich in 4m Höhe, damit die Hoffläche nicht eingeengt wird.
Das Gerüst besteht aus schmalen weiß reflektieren 60mm starken Stahlrohren, um den alten rauen Gebäuden eine leichte strahlende Struktur gegenüber zu stellen.
Es ist eine Basisbegrünung des Gerüstes vorgesehen, die hängenden Gärten ähnlich den Hof in eine grüne sauerstoffreiche Oase verwandeln.
Damit ist der von uns zweite wesentliche Punkt gelöst, nämlich den Hof in eine übertrieben grüne Oase zu verwandeln.
Die Bewohner und Nachbarn werden durch das Anlegen von Gärten zusätzlich für eine heterogene Bepflanzung sorgen.
Da sich das Gerüst komplett auf der Südseite befindet, ist es hervorragend für Solarkollektoren und Photovoltaik geeignet.
Ziel ist es, die Gebäude energetisch auf einen neuen Stand zu bringen, ohne dass die Oberflächen der alten Ziegelwände innen und außen mit einer Wärmedämmung bekleidet werden müssen.
Die dadurch zusätzlich notwendige Energie wird durch das Gerüst produziert.
Die weggefallene Wanddämmung erhält die ästhetisch wertvolle Anmutung der alten Gebäude, spart Kosten und verhindern eine Reduzierung der ohnehin nicht großen Gebäudeflächen.
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